Sisyphos

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„Auf Twitter schreibt die Userin @miecken am 10. Februar: „Das war’s dann wohl“.“(Süddeutsche.de 24.2.2015 „Street Art von Banksy in Hamburg zerstört“). Für die Userin @meierin war’s das aber noch lange nicht. Diese Schöngeistin  wollte ein Zeichen setzen. Kurzerhand beauftragte sie eine Auftragskillerin, die den oder die / die Zerstörer / in oder innen ausfindig machen sollte um ihn oder sie / sie  seiner / ihrer / ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Die Killerin, die auch eine gute private dickin war fand heraus, daß es sich um eine weibliche Zerstörerin namens Sacha Z. (Name den Redakteuren  / innen bekannt) handelte, auch bekannt unter Ihrer Pseudonymin „Banksy“. Die bis dato anonyme Sprayerin hatte ihr eigenes Werk zerstört, um gegen ihre Vermarkter / in / innen zu protestieren. Doch so eine deutsche Typin von Killerin kennt keine Gnade und machte sich zur Herostratin. RIP Frau Banksy!

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Ich muss in solchen Auseinandersetzungen oft an eine orientalische Geschichte denken: Ein wohlhabender Beduine hatte die Erbfolge unter seinen drei Söhnen testamentarisch geregelt. Es ging um die Aufteilung seiner Kamelherde. Der Älteste, Achmed, sollte die Hälfte des Bestandes erhalten. Für den zweiten Sohn, Ali, war ein Viertel vorgesehen. Dem Jüngsten, Benjamin, war nur ein Sechstel zugedacht. Uns mag das ungerecht vorkommen. Doch niemand der Söhne protestierte, weil der Älteste doch zuerst für die Fortführung des Geschlechtes verantwortlich war. Nun hatte Krankheit kurz vor dem Tod des Vaters die Zahl der Kamele beträchtlich dezimiert. Als der Vater starb, waren noch 11 Kamele am Leben. Wie sollte geteilt werden? Achmed beanspruchte unter Berufung auf das ohnehin anerkannte Vorrecht des Ältesten sogleich 6 Kamele. Aber das war mehr als die Hälfte und so kam es zum Streit und man traf sich vor dem Richter wieder. Würde man genau teilen, stünden Achmed, dem Ältesten, genau 5,5 Kamele zu, Ali, dem Mittleren, 2,75 Kamele und Benjamin, dem Jüngsten, 1,8333 Kamele. Man hätte 2 Kamele schlachten müssen. Doch man brauchte ihre Kraft zum Tragen, ihren Dung zum Feuern, ihre Milch als Nahrung und ihre Wolle für die Kleidung. Tot waren sie viel weniger wert. Der Richter machte folgendes Angebot. Er sagte: „Ich gebe Euch eines meiner Kamele. Dann teilt. Und falls etwas übrig sein sollte, so gebt es mir wieder.“ Nun waren es 12 Kamele. Achmed bekam 12 Kamele geteilt durch 2 = 6 Kamele anstelle von 5,5 Kamelen. Ali bekam 3 Kamele anstelle von 2,75 Kamelen und Benjamin erhielt 2 Kamele anstelle von 1,8333 Kamelen. Jeder bekam also ein lebendiges Kamel mehr. Und 2 + 3 + 6 Kamele sind 11 Kamele – ein Kamel war übrig: man konnte es dem weisen Richter wieder zurück geben.